Die Motivation hinter Localivery

Was ist Localivery? Welche gesellschaftlichen und ökonomischen Probleme möchten wir lösen und wie werden wir den stationären Einzelhandel und die lokale Gastronomie digital stärken?

Wann hast du das letzte mal bei Amazon, Zalando und Co eingekauft? Vermutlich ist das garnicht so lange her - und das, obwohl du genau weißt, was das in letzter Konsequenz für den netten Laden um die Ecke und deine Stadt bedeutet. Keine Sorge, so wie dir geht es vielen Leuten - und insbesondere in der Corona-Krise ging es auch uns, dem Team von Localivery, genauso. Dabei haben wir uns gefragt: Was ist der Grund, dass wir als Gesellschaft derartig handeln und einkaufen, obwohl uns die Folgen für die Gesellschaft und unsere Innenstädte doch eigentlich bewusst sind? Wir glauben, der Grund dafür ist nicht die Bequemlichkeit der Leute. Und auch nicht nicht unbedingt der günstigere Preis. Wir glauben, weder dem Einzelhandel, noch uns als Kunden stand mit komplizierten Online-Shops und anonymen Online-Marktplätzen bisher ein wirklich funktionierendes digitales Werkzeug zur Verfügung, welches Kunden mit kleinen, digital unerfahrenen Händlern und Gastronomen verbindet und dabei den Werten der persönlichen Interaktion und Kommunikation so gerecht wird, wie es der Einkauf im Ladengeschäft tut. Daher haben wir Localivery geschaffen.​

Localivery Team

Problematik

Ein großer Anteil stationärer Händler und Gastronomen nutzen keinen Online-Shop oder Online-Marktplatz zum regionalen Verkauf ihres Angebots, obwohl solche Lösungen seit langer Zeit zur Verfügung stehen. Sie verfügen nicht über ausreichende Expertise und Ressourcen, um einen Online-Shop oder Marktplatz-Angebot zu erstellen, entsprechend zu vermarkten und zu betreiben. Gleichzeitig nehmen Konsumenten die wenigen vorhandenen regionalen Online-Einkaufsmöglichkeiten kaum wahr, da Angebote von den großen Internetkonzernen über mehr Sichtbarkeit verfügen und nicht die Erstellung redundanter Benutzerkonten erfordert. Obwohl also der Bedarf nach einem digitalen Vertriebs- und Einkaufskanal auf beiden Seiten vorhanden ist, gelingt es diesen beiden Gruppen nicht in relevantem Maße zusammen digital Handel zu betreiben. Dies führt dazu, sich das Handels-Ökosystem mittelfristig weiter zu Gunsten internationaler Konzerne und auf Kosten der sozialen und wirtschaftlichen Vielfalt in unseren Innenstädten konzentrieren wird. Diese Marktkonzentration wird durch die Corona-Krise so stark beschleunigt, dass die Folgen auf die Handelswelt, dem Arbeitsmarkt und unsere Innenstädte sozial sowie wirtschaftlich für Händler und Konsumenten von großen Nachteil sein wird.

Lösungsansatz

Das oben genannte Dilemma löst Localivery sowohl aus Konsumenten-, als auch auf Anbieter-Sicht, indem es Informations-, Kommunikations- und Transaktionsprozesse auf etablierte, persönliche und vertrauenswürdige Kanäle wie Messenger-Apps verschiebt und den bekannten Search- and Browse-Prozess in einen Anfrage-Angebots-Prozess transformiert.

Vorteil gegenüber bestehenden Lösungen aus Anbieter-Sicht

Localivery ermöglicht Anbietern mit einer minutenschnellen Einrichtung, ohne Ressourcen-Aufwand und ohne Digitalkompetenz am Online-Markt teilzunehmen. Die hohen Wettbewerbskosten fallen weg.

Vorteil gegenüber bestehenden Lösungen aus Konsumentensicht

Localivery ermöglicht den Einkauf ohne aufwändige Angebots-Recherche, Benutzerkonten oder zusätzliche Apps. Der gesamte Anbahnungs- und Einkaufsprozess findet anhand des Localivery-Kontaktes im Messenger der Wahl statt. Durch den lokalen Handel sind die Lieferzeiten deutlich verkürzt.

Gesellschaftlicher Einfluss

Seit Jahren ist ein starker Trend zur Konzentration des Einzelhandels zu beobachten. Mit dieser Konzentration geht eine zunehmende Digitalisierung und Anonymisierung der Kommunikations-, Informations- und Transaktions-Prozesse im Handel einher. Auch wenn dies teilweise und langfristig durch gesteigerte Effizienz, sinkende Kosten und besseren Service im Sinne der Gesellschaft sein kann, so zeigt die Corona-Krise, dass dieses Modell zum einen nur begrenzt flexibel und krisensicher ist, zum anderen aber auch in Krisenzeiten zu extremen Verwerfungen in der Gesellschaft führen kann. So hat Amazon beispielsweise wegen der Krise allein in den USA 100.000 neue Mitarbeiter eingestellt oder zahlt Mitarbeitern in Deutschland pauschal mehr Gehalt. Gleichzeitig laufen zahlreiche stationäre Einzelhändler auf die Insolvenz zu. Amazon kann die Nachfrage dabei nicht ausreichend bedienen und „Erstickt an seinem Wachstum“ (Zitat Golem.de).

Diese Marktkonzentration ist dabei nur teilweise auf den besseren Service digitaler Giganten zurückzuführen. Ein ganz zentraler Grund ist, dass aus oben genannten Gründen bisher kein digitaler Vertriebskanal für kleine, stationäre Anbieter zur Verfügung stand, der deren Bedürfnisse und Qualitäten (persönliche Beziehung, Flexibilität, Beratung, persönliches Netzwerk, schnelle Verfügbarkeit) angemessen in die digitale Welt übertragen hat. Klassische Online-Shops oder Online-Marktplätze sind dafür viel zu kompliziert und zu anonym, der hohe Wettbewerb der Sichtbarkeit teuer und aufwendig.  

Indem Localivery digitalen, regionalen Handel grundlegend neu konzipiert, bringt Localivery insbesondere in Krisenzeiten lokale Anbieter wieder mit seinen Kunden in der Umgebung in Kontakt. Localivery fördert die Sichtbarkeit, die Kommunikation und die Qualitäten des dezentralen Handelssystemes und digitalisiert Prozesse im stationären Handel behutsam und unter Berücksichtigung der wirklichen Bedürfnisse des Handels.

Kurz und bündig

Localivery will nicht einfach eine weitere Plattform sein. Localivery möchte nicht im Vordergrund stehen, sondern die Informations-, Kommunikation- und Transaktions-Prozesse zwischen Kunden und Einzelhändlern auf gewohnte, etablierte und vertrauenswürdige Kanäle verlagern. Der konkrete Lieblings-Kanal des Kunden (z.B. Messenger, SMS, Telefonat, Voice Message u.v.m.) spielt dabei keine Rolle.

Localivery will keine weitere App sein, die auf deinem Smartphone verstaubt, sondern erlaubt Geschäfte zwischen Kunden und Anbietern mit Hilfe natürlicher Text- oder Sprachnachrichten im Messenger deiner Wahl. Deine Lieblings-Messenger-App nutzt du ohnehin mehrmals täglich. Localivery ist lediglich ein Kontakt in deinem Adressbuch. Lediglich der Händlerbereich, in welchem die Anfragen, Bestellungen, Zahlungseingänge und Lieferungen verwaltet werden, benötigt ein Konto, da die gleichzeitige Bearbeitung vieler Transaktionen in einer Messenger-App unübersichtlich wäre.

Localivery ist ein Kontakt in deinem Messenger. Dein Messenger dient einzig und allein der Kommunikation, alle deine Kontakte und dein gesamtes Netzwerk sind darin vertreten und erreichbar. Außerdem erfordert Localivery für Kunden kein Benutzerkonto. Ergo ist Localivery viral by nature.

Im Gegensatz zu vielen etablierten Plattformen stellt Localivery den Benutzer und die Benutzerfreundlichkeit WIRKLICH in den Vordergrund. Localivery möchte den Kunden nicht mit permanenten Marketing nerven und ist daher auch nicht an Kundendaten interessiert.

Im Gegensatz zu klassischem E-Commerce muss ein Händler bei Localivery kein Produktsortiment einpflegen. Der Einkaufsprozess in Localivery erfolgt über informelle Anfragen, z.B. „Habt ihr gerade Blackout von Marc Elsberg vorrätig?“ auf die der Händler mit einer individuellen Nachricht und einem Preisangebot reagiert. Das macht aufwändige technische Integration wie z.B. Produkt-, Lagerbestands- und Bestellsynchronisation, die sonst häufig bei E-Commerce-Prozessen notwendig sind, obsolet.

Obwohl der Einkaufsprozess sich wie ein informeller Gesprächsverlauf zwischen Kunde und Anbieter darstellt, werden im Hintergrund formalisierte Prozesse wie Anfrage, Angebot, Bezahlung und Einkauf dokumentiert.

Den Buchladen, Metzger oder das Mode-Geschäft, bei dem du über Localivery einkaufst, kennst du persönlich. Du warst dort schon oft, kennst und vertraust dem Inhaber und kennst das Sortiment. Lediglich in Zeiten des öffentlichen Shutdown kannst du deinen gewohnten Einkaufstrip durch die Stadt nicht mehr tun. Mit Localivery kannst du trotzdem mit dem Anbieter in Kontakt treten, mit ihm sprechen, dich austauschen und vielleicht auch einkaufen. Nur den gewohnten Kaffee, gemeinsam an der Ladentheke, kann Localivery nicht ersetzen.

Localivery möchte die Einstiegshürden für Kunden und Anbieter so gering wie möglich halten. Gleichzeitig möchte Localivery nicht im Mittelpunkt des Zahlungs- oder Warenflusses stehen. Daher werden nur Zahlungsarten unterstützt, die entweder keine Integration erfordern (z.B. Barzahlung oder EC-Karte bei Lieferung) oder nur sehr einfache, für technisch unversierte Händler integrierbare Zahlungsarten (z.B. Paypal.me, Sofort, …) unterstützt. Auch bei der Lieferung verfolgt Localivery den selben Ansatz. Daher ist Localivery aktiv auf der Suche nach Partnerschaften zu innovativen, dezentralen regionalen Logistik- und Transportkonzepten.

Tu es, das ist Localivery sogar am liebsten. Wenn deine Beziehung zwischen Kunde und Anbieter so vertrauensvoll ist, dass Geschäfte einfach im Gespräch am Telefon vereinbart und abgewickelt werden, dann wird Localivery dort nicht gebraucht. Und das ist gut so. Für Händler ergibt sich gegenüber einem informellen Telefonat dagegen immer der Vorteil, dass Anfragen, Bestellungen, Zahlungen und Lieferungen übersichtlich und effizient im Händler-Backoffice, im Team und zeitversetzt verwaltet und bearbeitet werden können.

Nein, denn durch die Entwicklung und den Betrieb einer international nutzbaren Handelsplattform fallen große Kosten für Arbeitskraft, Infrastruktur und vieles mehr an. Nach Ende der kostenlosen Beta-Phase werden für Anbieter auf Localivery nutzungsbasierte Kosten anfallen. Diese Kosten werden aber voraussichtlich wesentlich geringer ausfallen als bei klassischen Online-Marktplätzen oder Lieferdiensten.